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Nick, Art Director von Librio

Wer hinter Librio’s personalisierten Grußkarten steckt

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Um den Start unserer personalisierten Grußkarten diesen Monat zu feiern, haben wir uns mit Nick zusammengesetzt und über seine Erfahrungen, seine Inspiration und neugierige Erdmännchen gesprochen.

 

Neben seiner Stellung als Art Director und Co-Gründer von Librio betreibt Nick Elliott gemeinsam mit seiner Frau eine eigene Letterpress-Grußkartenfirma: Kikisoso

 

 

Wie alles begann

Ed: Nick, was hat dich dazu inspiriert, mit der Produktion von Grußkarten zu starten? 

 

Nick: Meine Frau und ich wollten ursprünglich eine T-Shirt-Druckerei gründen. Da sie Modedesignerin ist und ich Grafikdesigner bin, erschien uns das eine gute Kombination zu sein. Wir haben verschiedenste Dinge ausprobiert, sind nach langem Überlegen aber von Siebdruck zum Letterpress übergegangen. Dies ebnete uns den Weg zur Papierproduktion und somit auch zu den Grußkarten.

 

Ed: Erinnerst du dich noch an dein erstes Kartendesign?

 

Nick: Ich weiß nicht mehr, was mein allererstes Design für eine Grußkarte war. Ich kann mich jedoch noch an die erste Grußkarte erinnern, die wir explizit zum Verkauf hergestellt haben. “Floating hearts” heißt die Karte, und beinhaltet einen kleinen Hasen, der sich an einem Ballon in Form eines Herzens festhält. Diese Karte verkaufen wir tatsächlich noch heute.

Kikisoso: Ein Hase mit Herzballon

On Demand Druck - vor 100 Jahren und heute

Ed: Deine Letterpress-Maschine ist ein Stück Geschichte - Kannst du uns ein bisschen darüber erzählen?

 

Nick: Wir haben die Maschine auf eBay gekauft. Ursprünglich stammt sie aus einer englischen Druckerei namens Armstrong of Hexham. Sie hatten die Maschine 1910 vom Hersteller in Boston, USA, gekauft. Für fünf Jahre stand die Maschine in ihrem Keller. Also haben wir sie ihnen abgekauft, und mussten sie irgendwie transportieren.

 

Der Transport ist eine ziemlich lustige Geschichte. Die Maschine wurde auf einer Palette um 16 Uhr am Tag vor einem Feiertag geliefert - wir wussten jedoch nichts von der Lieferung und standen dementsprechend unvorbereitet vor der 600 kg schweren Maschine. Uns war klar: “Die können wir auf keinen Fall selbst bewegen!”. Wir hatten Glück, dass wir noch eine Firma erreichten, die eigentlich gerade am schließen war. Sie erklärten sich bereit, ein paar Leute zu schicken. Der Transport der letzten drei Meter war tatsächlich teurer als die 991 Kilometer lange Reise von England!

 

Ed: Ich liebe die Tatsache, dass du bei Kikisoso mit einer 100 Jahre alten Letterpress-Maschine arbeitest, um on demand zu drucken, während du bei Librio modernste Technologie verwendest, um genau das Gleiche zu tun. Ist das Prozedere bei unseren Librio-Karten gleich wie beim Letterpress-Verfahren? Oder inwiefern unterscheiden sich die beiden Designprozesse?

 

Nick: Es gibt sicherlich Ähnlichkeiten. Bei beiden gilt beispielsweise: Je schlichter das Design, desto besser. Einfache, schnörkellose Designs lassen mehr Raum für Personalisierungen wie zum Beispiel das Einfügen von verschieden langen Namen. Meine Erfahrung mit Letterpress-Karten hat mir auf alle Fälle auch bei der Gestaltung der Librio-Grußkarten sehr geholfen. Außerdem habe ich durch meine jahrelange Erfahrung im hart umkämpften Grußkartengeschäft gelernt, was funktioniert, was auffällt und was den Leuten gefällt.

 

Kikisoso Letterpress-Maschine

Inspiration und Designprozess bei personalisierten Grußkarten

Ed: Wie kommst du auf neue Ideen für die Designs deiner Karten?

 

Nick: Meine Frau und ich schalten jeweils alle Computer und Telefone aus, nehmen ein paar Skizzenblöcke und setzen uns an den Tisch, ohne jegliche äußere Reize. Manchmal haben wir ein bestimmtes Thema im Kopf, manchmal schauen wir einfach, was uns so in den Sinn kommt. Wenn eine Idee nicht sofort funktioniert, greifen wir sie vielleicht ein anderes Mal für etwas anderes wieder auf.

 

Ed: Wie viele Ideen für Grußkarten habt ihr ungefähr im Jahr?

 

Nick: Manchmal kann man sich einfach einen Abend lang hinsetzen und hat fünf neue Kartendesigns, manchmal fällt einem aber auch gar nichts ein. Das Grußkartengeschäft ist sehr wettbewerbsintensiv und es ist schwierig, originell zu sein. Normalerweise wird erwartet, eine neue Serie für das Frühjahr und eine neue Serie für Weihnachten herauszubringen. Wir versuchen jedoch einfach, insgesamt 10 neue Karten im Jahr zu veröffentlichen - sind wir jedoch nicht 100% glücklich mit unseren Ideen, veröffentlichen wir einfach das, was wir haben.

 

Ed: Welche Künstler inspirieren dich?

 

Nick: Einer meiner Favoriten ist ein britischer Künstler namens Gary Hume. Ich liebe seine Arbeiten - seine Farben und Kompositionen sind wirklich großartig. Ich denke oft an seine Werke, bevor ich etwas skizziere. Er nutzt nicht allzu viele verschiedene Farben, was uns beim Nachdenken über einfache Designs sehr hilft.

Kikisoso Karte mit Erdmännchen

Ed: Was ist deine selbst entworfene Lieblingskarte?

 

Nick: Meine selbst entworfene Lieblingskarte, und ich meine wirklich Lieblingskarte, denn ich würde nichts an ihr ändern - was als Grafikdesigner unerhört ist -, heißt “Erdmännchen”. Die Botschaft auf der Karte lautet: “Wir haben gehört, du hast Geburtstag”, und darauf sind drei Erdmännchen zu sehen, die alle in verschiedene Richtungen schauen.  Ich habe mich für Erdmännchen entschieden, weil sie neugierig zu sein scheinen. Wenn also jemand eine Neuigkeit mitkriegt, dann sie! Es war einer dieser Momente, in dem ich direkt nach der ersten Skizze sagen konnte: “Das war’s. Fertig!”. Die Karte war tatsächlich innerhalb von zwei Minuten fertig, und ich liebe sie.

Den inneren Künstler entfesseln

Ed: Warum hast du dich für ein Studium in Design entschieden?

 

Nick: Ich hätte gerne bildende Kunst studiert und habe auch bereits eine Ausstellung mit Bildern in meiner Heimatstadt gemacht, die ausverkauft war. Am College habe ich mich dann aber doch für Grafikdesign entschieden, weil ich Angst hatte, mir ansonsten nichts zum Leben leisten, oder meine Miete nicht bezahlen zu können. <lacht>. Ich wollte in London leben, aber ich konnte das Leben in London als Künstler nicht als realisierbare Option sehen.

 

Ed: Hast du das Gefühl, dass deine künstlerische Seite bei unseren personalisierten Büchern mehr zum Vorschein kommen kann, als bei den Grußkarten, oder wird diese immer durch kommerzielle Anforderungen eingeschränkt?

 

Nick, der kreative Kopf hinter den personalisierten Grußkarten von Librio

Nick: Ich denke, mit den Büchern kann man sich künstlerisch eher ausleben. Sie sind großartig, da man zwar eine Geschichte vorgegeben hat, aber man entscheidet vielleicht anders als ein anderer Illustrator, welchen Teil der Geschichte man illustriert sehen möchte. Zwei Illustratoren werden sich nicht die exakt gleiche Szenerie zu einer Geschichte ausdenken. Ich suche immer nach Möglichkeiten, die Bücher witziger zu machen. Ich mag es auch, kleine Dinge in den Hintergrund zu stellen, die man vielleicht nicht sofort sieht. Ich denke, das ist immer ganz nett.

 

Ed: Ich finde auch, dass die illustrierten Abschnitte beim Lesen von Kinderbüchern jeweils das Highlight sind.

 

Nick: Genau! In einer Grußkarte kann man das nicht wirklich machen. Es ist schön, Details in eine Kinderbuchillustration einzubauen, die man vielleicht auch erst beim dritten, oder vierten Mal Durchschauen entdeckt.

 

Die personalisierten Grußkarten von Librio sind bald erhältlich. Sie werden auf hochwertigem, 100% recyceltem Papier gedruckt und sind perfekt für jeden Anlass. Sei es für Geburtstage, Taufen, die Begrüßung von Neugeborenen oder einfach nur, weil jemand super ist.

Librio's personalisierte Grußkarten